Donnerstag, 19. Juli 2012

Geldumlaufgebühr? - Um Himmelswillen!

Ist ein Geldsystem mit Umlaufgebühr nicht furchtbar kompliziert? Oder ist es sogar unmöglich, dies in die Praxis umzusetzen? Wie soll ich den Wert einer Banknote bestimmen, die bereits 4 Jahre und 3 Monate im Umlauf ist? Muss ich nun ständig mit einem Taschenrechner herumlaufen und Rechenaufgaben lösen?

Nein, so kompliziert ist es nicht. Man könnte einfach festlegen, dass eine Banknote vom Ausgabemonat an 24 Monate gültig ist. Der in jedem dieser 24 Monate gültige Wert könnte dann zum Beispiel auf der Rückseite aufgedruckt werden.

Hierzu ein anschauliches Beispiel:


               minus 0.50:                        minus 0.5%: 

Juni    SFr.100.00                  100.00
Juli    SFr. 99.50                   99.50
Aug     SFr. 99.00                   99.00
Sept    SFr. 98.50                   98.51
Okt     SFr. 98.00                   98.01
Nov     SFr. 97.50                   97.52
Dez     SFr. 97.00                   97.04
Jan     SFr. 96.50                   96.55
Feb     SFr. 96.00                   96.07
März    SFr. 95.50                   95.59
April   SFr. 95.00                   95.11
Mai     SFr. 94.50                   94.64
Juni    SFr. 94.00                   94.16
Juli    SFr. 93.50                   93.69
Aug     SFr. 93.00                   93.22
Sept    SFr. 92.50                   92.76
Okt     SFr. 92.00                   92.29
Nov     SFr. 91.50                   91.83
Dez     SFr. 91.00                   91.37
Jan     SFr. 90.50                   90.92
Feb     SFr. 90.00                   90.46
März    SFr. 89.50                   90.01
April   SFr. 89.00                   89.56
Mai     SFr. 88.50                   89.11

Danach wird die Banknote eingezogen resp. man kann sie bei einer Bank in neues Geld umtauschen. 24 Monate ist ein hohes Alter für solche Banknoten, denn sie würden besonders arg strapaziert, da man ja eine hohe Umlaufgeschwindigkeit erreichen will. Die Differenz zwischen der vereinfachten aber inkorrekten Methode, jeden Monat vom ursprünglichen Ausgabewert weitere Fr. -.50 abzuziehen und der korrekten Methode, jeweils 0.5% von demjenigen Wert abzuziehen, den sie im Vormonat hatte, beträgt bei 24 Monaten gerade mal 61 Rappen.

Auch sollte auf den Banknoten ein Strichcode aufgedruckt sein, damit man sie an einer Kasse scannen kann und die unterschiedlichen Werte nicht einzeln von Hand eintippen muss.

Findet man eine alte Banknote, aus welchen Gründen auch immer sie liegen geblieben ist, kann man sie immer noch bei einer Bank eintauschen. Für eine 10-jährige Hunderternote würde man immerhin noch Fr. 55.07 erhalten.

Sie mögen nun denken, dass Sie mit diesem System viel Geld verlieren, aber dem ist nicht so. Machen wir doch schnell einen Test: Leeren Sie Ihre Taschen und zählen Sie, wie viel Bargeld Sie jetzt, gerade jetzt, auf sich tragen. Dazu kommt vermutlich noch etwas Geld, das auf einem Konto geparkt ist und sofort verfügbar wäre, da es keiner Kündigungsfrist unterliegt. Beides zusammen dürfte irgendwo zwischen Fr. 1000.- bis 5000.- betragen. Die Umlaufgebühr, resp. der reale Wertverlust würde bei einer Summe von Fr. 5000.- monatlich lediglich Fr. 25.- betragen. Davon kann man sich nicht viel kaufen, oder? Sie sehen also, dass sich der Staat mit einer solchen Umlaufgebühr keinesfalls eine goldene Nase verdient.

Siehe auch Selbstregulation, Einkommens- und Mehrwertsteuern

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